Wer eine Forschungsförderung erhalten möchte, muss vorab einen Antrag schreiben, der das geplante Vorhaben detailliert beschreibt. Keine Frage: Solch ein Antrag muss fehlerfrei und gut lesbar sein. Diejenigen, die über ihn entscheiden, sind schließlich auch nur Menschen und möchten nicht jeden Satz mehrfach lesen.
Stilistisch aus einem Guss
Im Februar 2017 habe ich einen umfangreichen Antrag (140 Seiten) als Lektorin begleitet, dessen Adressat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) war. Die Herausforderung: Das Papier stammte nicht aus der Feder eines einzelnen Antragstellers, sondern zahlreiche Universitäten, Institute, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben einen Teil zum großen Ganzen beigetragen. Das bedeutete für mich unter anderem, die einzelnen Teile stilistisch anzugleichen, allzu lange oder verschachtelte Sätze aufzulösen und darauf zu achten, dass eine gendergerechte Sprache Anwendung findet.
Last but not least: Literaturverzeichnis
Die vielleicht kniffeligste Aufgabe war es, das umfangreiche Literaturverzeichnis einheitlich – in diesem Falle: nach APA‐Style (6th) – zu gestalten und etwaige Ausreißer der gewählten Konvention anzupassen. Das kostete die ein oder andere Nachtschicht.
Aber es hat sich gelohnt: Der Antrag ging am Ende (auch dem Laien) flüssig über die Lippen – und bekommt hoffentlich den Zuschlag vom BMBF. Ich drücke die Daumen!

